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Online-Bestellsystem

Was Portal-Provisionen kosten — und wie Sie es für Ihren Betrieb ausrechnen

Die Provision steht auf jeder Abrechnung, aber selten in der eigenen Kalkulation. Eine Anleitung in fünf Schritten — mit einer Tabelle, die Sie für Ihren Betrieb ausfüllen können.

9 Min. Lesezeit

Bestellung über ein Portal

10.000 € Bestellwert

  • bleibt im Betrieb 8.500 €
  • Provision 15 % 1.500 €

Direktbestellung über Ihr System

10.000 € Bestellwert

  • bleibt im Betrieb 10.000 €
  • Provision 0 €

10.000 €15 %1.500 €gespart — Monat für Monat.

Das sind 18.000 € im Jahr.

Die Provision steht auf jeder Portal-Abrechnung. In der eigenen Kalkulation steht sie fast nie. Das liegt daran, dass sie abgezogen wird, bevor das Geld bei Ihnen ankommt: Sie sehen die Auszahlung, nicht den Abzug. Diese Anleitung zeigt Ihnen in fünf Schritten, wie Sie mit Ihren eigenen Zahlen ausrechnen, was das Portal Sie im Monat und im Jahr kostet.

Warum die Provision im Alltag unsichtbar bleibt

Bei einer Bestellung über ein Portal fließt das Geld zunächst zum Portal. Ausgezahlt wird später, abzüglich Provision und je nach Vertrag abzüglich weiterer Positionen. Auf Ihrem Kontoauszug steht am Ende eine Summe. Was fehlt, sehen Sie dort nicht.

Genau deshalb fühlen sich Portalbestellungen an wie Umsatz ohne Kosten. Der Wareneinsatz taucht in der Küche auf, der Personaleinsatz im Dienstplan, die Provision nirgends. Sichtbar wird sie erst, wenn Sie sie einmal bewusst ausrechnen. Das dauert etwa zwanzig Minuten — danach haben Sie eine Zahl, mit der Sie arbeiten können.

Schritt 1: Vier Zahlen zusammensuchen

Nehmen Sie die letzte vollständige Monatsabrechnung Ihres Portals zur Hand. Sie brauchen daraus vier Angaben:

  1. Den Bestellwert des Monats. Nicht die Auszahlung, sondern die Summe aller Bestellungen, bevor irgendetwas abgezogen wurde. Auf den meisten Abrechnungen steht das als Brutto- oder Gesamtumsatz.
  2. Ihren Provisionssatz. Er steht in Ihrem Vertrag. Prüfen Sie, ob es mehrere gibt: Für Bestellungen, die das Portal ausfährt, gilt häufig ein anderer Satz als für Bestellungen, die Sie selbst liefern, und für Abholung wieder ein anderer.
  3. Die Anzahl der Bestellungen im Monat.
  4. Eine Schätzung, wie viele dieser Bestellungen von Gästen kommen, die schon einmal bei Ihnen bestellt haben. Diese Zahl liefert Ihnen keine Abrechnung. Schätzen Sie ehrlich — Sie brauchen sie am Ende.

Notieren Sie die vier Werte auf einem Blatt Papier. Alles Weitere ist Rechnen.

Schritt 2: Die Grundrechnung

Die eigentliche Rechnung hat nur eine Zeile:

Bestellwert × Provisionssatz = Provision

Das Beispiel, mit dem wir bei Dishly arbeiten, ist bewusst rund gewählt: 10.000 € Bestellwert im Monat, 15 % Provision. Daraus werden 1.500 €, die jeden Monat abfließen.

10.000 € × 15 % = 1.500 €

Setzen Sie Ihre eigenen Zahlen ein. Ohne Taschenrechner geht es so: Bestellwert durch 100 teilen, das Ergebnis mit Ihrem Provisionssatz multiplizieren. Aus 10.000 € werden 100 €, mal 15 ergibt 1.500 €.

Rechnet Ihr Portal mit mehreren Sätzen, rechnen Sie die Blöcke einzeln und addieren am Ende.

Schritt 3: Auf das Jahr hochrechnen

Einen Monatsbetrag kann man wegschieben. Einen Jahresbetrag nicht. Aus 1.500 € im Monat werden 18.000 € im Jahr.

1.500 € × 12 = 18.000 €

Multiplizieren Sie Ihre eigene Monatszahl mit zwölf. Und stellen Sie das Ergebnis dann neben eine Anschaffung, die Sie kennen: eine Kühlzelle, einen Kombidämpfer, eine halbe Stelle in der Küche. Erst in diesem Vergleich bekommt die Zahl eine Größe.

Schritt 4: Die Provision neben den Deckungsbeitrag stellen

Die Provision wird in aller Regel auf den Bestellwert berechnet, nicht auf Ihren Gewinn. Prüfen Sie in Ihrem Vertrag, was genau in die Bemessungsgrundlage einfließt — Getränke, Verpackung, Liefergebühr, Trinkgeld. Es lohnt sich, diesen Absatz einmal gelesen zu haben.

Nehmen Sie danach eine typische Bestellung und rechnen Sie sie vollständig durch:

Bestellwert − Wareneinsatz − Verpackung − Lieferkosten − Provision = was übrig bleibt

Machen Sie das zweimal: einmal für ein Gericht mit gutem Deckungsbeitrag, einmal für eines mit schlechtem. Bei Gerichten mit niedrigem Aufschlag kann die Provision einen erheblichen Teil dessen ausmachen, was nach Wareneinsatz noch da ist. Wie groß dieser Teil bei Ihnen ist, sagt Ihnen nur Ihre eigene Kalkulation — deshalb steht hier keine Zahl, sondern eine Formel.

Schritt 5: Den Punkt bestimmen, ab dem sich ein eigenes System trägt

Ein eigenes Bestellsystem kostet nicht prozentual, sondern pauschal. Bei Dishly sind das 120 € im Monat plus 150 € einmalige Einrichtungsgebühr, ohne Vertragslaufzeit und jederzeit kündbar. Auf Bestellungen, die darüber laufen, fällt keine Provision an.

Damit lässt sich der Umschlagpunkt direkt ausrechnen:

Monatliche Gebühr ÷ Provisionssatz = Bestellwert, der direkt laufen muss

Mit den Zahlen aus dem Beispiel: 120 € ÷ 15 % = 800 €. Sobald Ihre Gäste im Monat für mehr als 800 € direkt über Ihr eigenes System bestellen, ist die Gebühr wieder eingespielt. Alles darüber bleibt vollständig bei Ihnen — unabhängig davon, ob es 1.000 € oder 10.000 € sind, denn die Gebühr steigt nicht mit dem Umsatz.

Setzen Sie hier Ihren eigenen Provisionssatz ein. Je höher er ist, desto kleiner ist der Bestellwert, den Sie direkt umsetzen müssen, damit die Rechnung aufgeht.

Was diese Rechnung nicht sagt

Sie sagt nichts gegen Portale. Portale leisten etwas, das ein eigenes Bestellsystem nicht leistet: Sie bringen Ihnen Gäste, die Sie noch nicht kennen. Jemand zieht in Ihr Viertel, öffnet die App, sucht nach Pizza und findet Sie. Diese Sichtbarkeit ist Geld wert, und für die erste Bestellung eines neuen Gastes ist die Provision ein nachvollziehbarer Preis.

Der Punkt ist ein anderer. Bei der zweiten, fünften und zwanzigsten Bestellung desselben Gastes findet keine Vermittlung mehr statt. Der Gast kennt Sie längst und würde Sie auch ohne Portal wiederfinden. Die Provision fällt trotzdem an, jedes Mal.

Deshalb ist die interessanteste Zahl aus Schritt 1 die vierte. Multiplizieren Sie Ihren geschätzten Anteil wiederkehrender Gäste mit der Jahresprovision aus Schritt 3. Was dabei herauskommt, ist der Betrag, den Sie im Jahr für eine Vermittlung zahlen, die längst stattgefunden hat.

Die Tabelle für Ihren Betrieb

Drucken Sie die Tabelle aus oder schreiben Sie sie ab. Die mittlere Spalte zeigt das Beispiel, die rechte füllen Sie mit Ihren eigenen Zahlen.

KennzahlBeispielIhr Betrieb
Bestellwert im Monat10.000 €
Provisionssatz15 %
Provision im Monat1.500 €
Provision im Jahr18.000 €
Anteil wiederkehrender Gästeselbst schätzen
Provision auf wiederkehrende BestellungenJahresprovision × Anteil
Bestellwert, ab dem sich die Gebühr trägt800 €

Wie es weitergeht

Wenn die Zahl am Ende Ihrer Tabelle groß genug ist, um Sie zu ärgern, ist der nächste Schritt nicht, das Portal zu kündigen. Der nächste Schritt ist, einen zweiten Weg aufzumachen, über den Ihre Stammkunden bestellen können — und ihn so bequem zu machen, dass sie ihn auch benutzen. Wie das praktisch aussieht, steht in Stammkunden zur Direktbestellung bewegen.

Was zu einem eigenen Bestellsystem gehört, finden Sie auf der Seite zum Online-Bestellsystem. Und wenn Sie Ihre Zahlen einmal gemeinsam durchgehen möchten: Schreiben Sie uns.

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120 € / Monat150 € Einrichtungsgebühr, keine Vertragslaufzeit

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